Leichtbauweise mit Stahlprofilen und Leichtbau-Trägern

Die Leichtbauweise ermöglicht die Errichtung flexibler, funktionaler und effizienter Wände, Decken und anderer Bauteile. Mit den richtigen Stahlprofilen, Platten, Dämmstoffen und Befestigungen können Sie die Lösung an Anforderungen wie beispielsweise Schallschutz, Brandschutz, Höhe und Stabilität anpassen.

In diesem Leitfaden erläutern wir, was Leichtbauweise in der Praxis bedeutet. Außerdem erfahren Sie, wann Leichtbaubalken die richtige Wahl sein können und worauf Sie bei der Planung, der Materialauswahl und der Montage achten müssen.

Was ist Leichtbauweise?

Die Leichtbauweise ist eine Bauweise mit leichten, anpassungsfähigen Systemen aus Stahl. Diese Technik wird unter anderem für Innenwände, Unterdecken, Brandschutzverkleidungen und andere Bauteile eingesetzt, bei denen Anforderungen an Funktion, Flexibilität und eine effiziente Montage im Vordergrund stehen.

Anstatt von einem einzelnen Profil auszugehen, müssen Sie die gesamte Konstruktion im Blick behalten. Balken, Schienen, Platten, Dämmung, Abdichtung und Befestigungen müssen zusammenwirken. Erst dann kann das Bauteil die entsprechenden Anforderungen beispielsweise hinsichtlich Schallschutz, Brandschutz, Höhe und Stabilität erfüllen.

Die Leichtbauweise wird häufig gewählt, wenn das Projekt klare Anforderungen an Funktion und Baubarkeit stellt. Die Systeme lassen sich an die Gegebenheiten des Bauteils anpassen, unabhängig davon, ob es sich um Raumtrennung, Brandschutz, hohe Wände oder komplexere Konstruktionen handelt.

Beginnen Sie mit der Anforderungsanalyse – bevor Sie sich für ein Profil oder ein Wandsystem entscheiden

Bevor Sie Profile, Platten und Befestigungen auswählen, müssen Sie die Funktion und die technischen Anforderungen des Bauteils festlegen. Bei Innenwänden bestimmen Schallschutz, Brandschutz, Höhe und Stabilität die Ausgestaltung der Lösung. Profiltyp, Ständerabstand, Plattenverkleidung, Dämmung und Abdichtung müssen daher als Teile eines Ganzen ausgewählt werden.

Schall in leichten Innenwänden

Bei der Auswahl von Bauteilen zur Dämpfung von Störgeräuschen müssen Sie zunächst verstehen, welche Schallfrequenzen in der jeweiligen Umgebung relevant sind. Beispielsweise gelten in Büroräumen nicht immer dieselben Anforderungen an die Dämmung gegen tiefe Bassfrequenzen wie in anderen Arten von Räumlichkeiten. Mit dem richtigen Wissen über die Schallanforderungen lässt sich daher eine Lösung wählen, die sowohl funktional als auch wirtschaftlich optimal ist.

Schall kann zwischen zwei Räumen auf verschiedene Wegen übertragen werden. Er kann direkt durch die Wand, über angrenzende Böden, Decken und Wände, durch Lüftungskanäle oder über Undichtigkeiten gelangen. Daher ist der Laborwert einer Wand allein nicht ausschlaggebend. Im fertigen Gebäude wird die Schalldämmung auch durch Flankenübertragung, Anschlüsse und die Ausführung beeinflusst.

Abbildung, die verschiedene Arten der Schallübertragung in Gebäuden veranschaulicht. Leichtbauweise.

Türen, Elektrodosen, kleine Spalten oder mechanischer Kontakt zwischen den Wandseiten sind weitere Faktoren, die die Schalldämmung beeinträchtigen können. Diese Art von Kontakt wird oft als Kurzschluss bezeichnet. In Doppelkonstruktionen, wie beispielsweise leichten Innenwänden und Deckenkonstruktionen, müssen die verschiedenen Teile daher voneinander getrennt gehalten werden, damit die Konstruktion wie vorgesehen funktioniert. Ein Kurzschluss kann beispielsweise durch Elektro- und Sanitärrohre, Anschlussdosen oder den Kontakt zwischen Schienen und Stützbalken in einem doppelten Stützbalkenwerk entstehen.

Mit anderen Worten: Der Aufbau der Wand ist für die Schalldämmung von großer Bedeutung. Die Anzahl der Platten, ihr Gewicht, die Breite der Unterkonstruktion, die Hohlraumdämmung, der Abstand zwischen den Unterkonstruktionselementen und deren Steifigkeit beeinflussen das Ergebnis. Eine Doppelunterkonstruktion bietet eine bessere Schalldämmung als eine Einfachunterkonstruktion, da die beiden Seiten der Wand voneinander getrennt sind. Auch Materialwechsel können die Schalldämmleistung beeinflussen. In einer zweilagigen Konstruktion kann ein Austausch der inneren Gipskartonschicht gegen Sperrholz oder OSB-Platten die Schalldämmung auf einer Seite um etwa 1 dB und um etwa 3–4 dB verringern, wenn der Austausch auf beiden Seiten erfolgt.

Höhe und Stabilität in der Leichtbauweise

Wände aus Stahlprofilen und Gipskartonplatten zeichnen sich durch hohe Festigkeit und Steifigkeit aus. Bei seitlicher Belastung wirken Gipskartonwände als Verbundkonstruktionen, wobei die Platten die Ständer stabilisieren und teilweise als Flansche fungieren. Ohne besondere Maßnahmen können bestimmte Wandtypen bis zu einer Höhe von über 8 Metern errichtet werden. Die Bauhöhe lässt sich durch engere Ständerabstände, Kastenständer oder CF-Verstärkungsständer weiter erhöhen.

Die in unseren Wandtabellen angegebene maximale Bauhöhe basiert auf einer horizontalen Linienlast von 0,5 kN/m in der Mitte der Wand und einem Durchbiegungskriterium von h/300. Wenn das Projekt andere Anforderungen hinsichtlich der Belastung oder der Durchbiegung stellt, muss die Wand gesondert bemessen werden.

Normalerweise beträgt der Lattenabstand c 450 oder c 600 mm, angepasst an Standardplatten mit den Breiten 900 und 1 200 mm. Ein engerer Lattenabstand erhöht die Steifigkeit und Stabilität der Wand. Gleichzeitig können die Verkleidung und der Einsatzbereich andere Anforderungen an den Lattenabstand stellen, beispielsweise in Nassräumen oder bei besonderen Belastungen.

Leichtbau-Balken – für hohe Wände, Deckenkonstruktionen und Dächer

Leichtbau-Träger kommen in Konstruktionen zum Einsatz, bei denen höhere Anforderungen an Tragfähigkeit, Stabilität oder Spannweite gestellt werden. Sie eignen sich unter anderem für hohe Wände, Deckenkonstruktionen, Dächer und andere Bauteile, bei denen ein geringes Gewicht mit hoher Festigkeit kombiniert werden muss.

Unsere Leichtbau-Träger werden aus kaltgeformtem, feuerverzinktem Stahlblech hergestellt und sind in verschiedenen Profilausführungen erhältlich. Dadurch lässt sich die Lösung an die Belastung, die Abmessungen und den Einsatzbereich der Konstruktion anpassen.

Was ist ein Leichtbau-Träger?

Ein Leichtbalken ist ein dünnwandiges Stahlprofil, das in Konstruktionen eingesetzt wird, bei denen Tragfähigkeit, Steifigkeit und Spannweite gefragt sind. Im Vergleich zu herkömmlichen Wandständern kommen Leichtbalken in Bauteilen zum Einsatz, die höhere Anforderungen an die Tragfähigkeit der Konstruktion stellen.

Unser Sortiment umfasst unter anderem CL-, UL- und ZL-Leichtbau-Träger. Diese kommen beispielsweise in Deckenkonstruktionen, Dächern und hohen Wänden zum Einsatz und werden entsprechend den projektbezogenen Gegebenheiten wie Belastung, Auflager, Spannweite und gewünschter Profilform ausgewählt.

Vorteile von Leichtbau-Trägern

Leichtbau-Träger vereinen ein geringes Eigengewicht mit guter Tragfähigkeit und Steifigkeit. Dadurch eignen sie sich für Konstruktionen, bei denen das Material einfach zu handhaben sein muss, gleichzeitig aber auch den Anforderungen an Belastung und Spannweite gerecht werden muss.

Die Profile sind in verschiedenen Abmessungen und Ausführungen erhältlich, wodurch sich die Konstruktion an die jeweiligen Projektbedingungen anpassen lässt. So können beispielsweise CL-, UL- und ZL-Leichtbau-Träger je nach Art der Verbindung, der zu tragenden Last und der erforderlichen Profilform ausgewählt werden.

Leichtbalken aus Stahl sind zudem formstabil und nicht brennbar. Sie nehmen keine Feuchtigkeit auf und werden daher nicht in gleicher Weise von Feuchtigkeitsschwankungen beeinflusst wie organische Materialien. Dies schafft gute Voraussetzungen für präzise und langlebige Konstruktionen. Unsere Leichtbau-Stahlträger sind zudem in verschiedenen Längen und Abmessungen erhältlich, was die Anpassung des Materials an die Projektanforderungen erleichtert und den Aufwend für das Zuschneiden auf der Baustelle verringert.

Leichtbauweise und nachhaltiges Bauen

Die Leichtbauweise schafft die Voraussetzungen für ein ressourceneffizienteres Bauen. Stahlprofile verbinden geringes Gewicht mit hoher Funktionalität, was die Handhabung, den Transport und die Montage vereinfacht. Gleichzeitig lassen sich die Systeme an die Anforderungen des Bauteils anpassen, sodass die richtige Materialmenge am richtigen Ort zum Einsatz kommt.

Stahl ist zudem ein recycelbarer Werkstoff. Mit dokumentierten Systemen und relevanten Umweltinformationen wird es einfacher, die Klimaziele und Nachhaltigkeitsanforderungen des Projekts zu erfüllen. Für den Großteil unserer Produkte bieten wir unseren Umweltstahl EVO an. EVO-Stahl verursacht im Vergleich zu herkömmlichem Stahl etwa 70 % weniger CO₂-Emissionen, wobei das Material die gleiche Funktion und Leistungsfähigkeit beibehält. Außerdem wird bei diesem Material weniger Zink verwendet.

Beim nachhaltigen Bauen geht es auch darum, dass die Lösung von Anfang bis Ende funktioniert. Die richtige Planung, die richtigen Materialien und eine effiziente Montage verringern das Risiko von Verschwendung, Nacharbeiten und unnötigem Materialverbrauch.

Wallclick, ein System für den Leichtbau. Geeignet sowohl für Innenwände als auch für abgehängte Decken.

Entdecken Sie weitere unserer Systeme

Möchten Sie mehr über unsere Stahlbausysteme erfahren? Besuchen Sie unseren YouTube-Kanal, auf dem wir unsere Systeme vorstellen und erläutern, was Sie beispielsweise beim Bau von Innenwänden, Unterdecken, Außenwänden oder bei der Verwendung von Fassadensystemen beachten sollten.

Sollten Sie die gesuchte Antwort nicht finden oder komplexe bautechnische Fragen haben, können Sie sich selbstverständlich jederzeit gerne an unsere Spezialisten wenden. Wir helfen Ihnen gerne weiter.

Ein Bild aus der Produktion, in der wir unsere Stahlprofile und Lösungen herstellen.